Gewalttäter und Kriminelle im NPD-Wahlkampf II: Stefan Köster

Hohe wie niedrige Funktionäre der rechten Partei gewaltbereit und einschlägig polizeibekannt – NPD-Landesvorsitzender für Attacke auf Antifaschistin verurteilt

“Politkriminelle anprangern” forderte NPD-Spitzenkandidat Udo Pastörs vor wenigen Tagen in einem Werbespot der Partei. Die Kampagne “Wake up – Stand up! Keine Stimme den Nazis in MV!” nimmt ihn beim Wort: Dieser Tagen klärt sie regelmäßig über die kriminellen und gewalttätigen Aktivitäten der NPD-Kandidaten und -Funktionäre im Bundesland auf ihrer Website auf. Am Freitag informierte sie bereits über den Listen- und Direktkandidaten Dirk Bahlmann aus Löcknitz, der erklärte “Ich stehe voll hinter Adolf Hitler”, den Holocaust leugnete und für eine Gedenkstättenschändung verurteilt worden ist.

“Gewalt bildet den Kern der Ideologie der NPD in jeder ihrer Äußerungen”, so Hanna Wildt mit, Sprecherin der Kampagne “Wake up – Stand up! Keine Stimme den Nazis in MV!”. “Ob Lokalgröße oder Spitzenkandidat: Fast jeder NPD-Funktionär ist durch einschlägige Äußerungen und Taten aufgefallen oder sogar polizeibekannt. Die Mitglieder der Partei sind durchweg abschreckende Beispiele für die Folgen rechten Denkens.”

Selbst ein biederer Langweiler wie der NPD-Landesvorsitzende Stefan Köster ist bereits gerichtsbekannt. Sonst macht das Bundesvorstandsmitglied eher durch verhunzte Finanzabrechnungen auf sich aufmerksam, doch im Dezember ließ Köster sich mal gehen. Am Rande eines NPD-Parteitages im schleswig-holsteinischen Steinburg griff er GegendemonstrantInnen an und trat auf eine flüchtende Frau ein, als sie bereits am Boden lag. Ein erstes Urteil zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe wurde in einem Berufungsprozess 2007 aufgrund eines Geständnisses von Köster zu einer Geldstrafe gemindert.

Ein Kamerateam von Panorama filmte damals den Parteitag wie auch den Angriff mit Stefan Köster. Den eindeutigen Aktivitäten und Vorstrafen der NPD-Mitglieder stellte das Magazin die Lügen, Ausflüchte und Rechtfertigungen der Rechten zur Gewalt gegenüber.

Im Juli 2007 griffen Neonazis am Bahnhof von Pölchow nahe Rostock linke GegendemonstrantInnen an und begannen eine Orgie der Gewalt. In der rechten Reisegruppe, aus der die Täter kamen, befand sich neben anderen NPD-Größen auch Stefan Köster. Ein Wort der Mäßigung, gar Empörung über den Gewaltexzess beobachtete niemand bei ihnen. Als später jedoch die Polizei eintraf, drängte die NPD-Spitze zur Weiterreise der Gruppe und gab eine verfälschte Version der Ereignisse zu Protokoll, die die Täter schützen sollte und später vor Gericht zerrissen wurde.

In den nächsten Tagen wird die Kampagne “Wake Up Stand Up! Keine Stimme den Nazis in MV” weitere Kandidaten der Partei und deren gewalttätige und kriminelle Hintergründe vorstellen.

Bilder: NDR/wikipedia

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